keep it simple. keep it true
less is more > new handle affords more benefits. Worn-out crate get novel use.

Solution


Das Wohnfeld ist geprägt durch kubische Formen und geschlossenen Oberflächen. Der Entwurf basiert auf der einfachen Idee, die Colakiste wie ein Möbel in die Wohnlandschaft zu integrieren.

Das äußere Erscheinungsbild zeigt eine geschlossene Einheit ohne Durchbrüche.
Ein Gebrauchsgegenstand kann nur dann zum Möbel werden, wenn dessen Anmutungqualität überzeugt. Um nicht wie ein lautes Werbe-Accessoires zu wirken, ist die Grafik und Farbgebung einfach gehalten.

Das auffälligste Merkmal ist der versenkbare Griff, der als solches zwar erkennbar aber nicht störend für das geschlossene Erscheinungsbild ist. Der umlaufende bewegliche Griff erleichtert das Anheben der Kiste und schont somit den Rücken. Dadurch rückt die Kiste optisch in den Hintergrund, während diese an ihrem (vielleicht neuen : ) Standort verweilt.

Das Design verfolgt eine besondere ökonomische Strategie:
Eine Zweckverfremdung des Kastens geschieht erst, wenn dieser nicht mehr präsentierbar ist. Die Ressourcen werden geschont, indem keine zusätzlichen Kästen für den Mehrbedarf, der entsteht, sobald neue Kisten zweckentfremdet werden, produziert werden müssen.
Die ausgedienten Kisten werden nicht aussortiert, sondern erhalten eine neue Funktion. Sie kehren mit einem zusammengefalteten Stoffbezug zurück in den Kreislauf. Dieser kann zuhause über den ausgezogenen Kasten gezogen werden, nachdem er durch die mitgelieferten Kunststoffbolzen fixiert wird. Die Gebrauchsspuren im Material der Colakiste werden somit unsichtbar.
Der neu entstandene Hocker besitzt im ausgezogenen Zustand die Abmessungen eines ergonomisch korrekten Sitzmöbels.
Um Missbrauch zu vermeiden, müssten die älteren Kästen so gekennzeichnet werden, dass sie nicht mehr in den Pfandkreislauf zurückgeführt werden können.

Als Material kommt Metall meiner Meinung nicht in Frage,
da Aluminium zu empfindlich und Edelstahl zu schwer und teuer ist.
Recycelter oder Bio-Kunststoff ist in diesem Fall nur bedingt sinnvoll. Farbechtheit und Preis sind oftmals nicht überzeugend. Um den Co²-Wert ermitteln zu können, müsste man den Recycling- und Herstellungsprozess von "grünen" Kunststoffen gegen die längere Haltbarkeit von PE-HD (Polyethylen-Hart) gegenüber stellen.
Die Vorteile dieses bewährten Kunststoffes liegen auf der Hand:
Zäh bis hart / gute Chemikalien- und Spannungsrissbeständigkeit / preiswert.
Kann eine Kiste aus PE länger als andere im Kreislauf bestehen, so ist der Umweltaspekt weitreichender zu betrachten als Herstellung und Recycling.

Der Status Quo ist von der wirtschaftlichen und logistischen Seite betrachtet äußerst ausgereift und über Jahrzehnte optimiert sowie bewährt.
Den Kasten zu verkleinern macht - aus meiner Sicht - nur Sinn, wenn auch die kleineren Kisten, die bereits im Handel erhältlich sind, in die Strategie mit einfließen.
Die Abmessungen einer Europalette werden weiterhin optimal ausgenutzt und
somit ebenfalls alle logistischen Etappen wie z.B. die LKW-Ladefläche.

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