x-Tage bis zum Wunder
Alternate Reality Opera presenting 5 characters whose journeys lead from social web to urban space.

Solution

Das Konzept

90 Tage, 3 Performances, ein Wunder

 

Das Problem:

Der Medienmensch ist geprägt von Wahrnehmung, Unterhaltung und Kommunikation - versteckt und betäubt vor Bildschirmen.

Er nimmt passiv wahr vor dem Fernseh- und Kino-Bildschirm. Er nimmt aktiv teil vor dem Computer-Bildschirm bei PC-Games aber auch im ständigen Kommunizieren in sozialen Online-Netzwerken.

In beiden Fällen fehlen oft echte Aussagen, eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Inhalten und die körperliche Anwesenheit der Menschen - die Welt des Theaters ist verstaubt und verstummt.

 

Die Lösung:

Das Theater ist die letzte Bastion des realen Austauschs und kann die entfremdeten Medienmenschen wieder zueinander und zu sich bringen.

x Tage bis zum Wunder - eine Alternate Reality Opera ist eine völlig neue, experimentelle Theaterform zwischen Oper, Performance und Alternate Reality Game im öffentlichen Stadtraum Berlins. Damit setzen wir an den Wahrnehmungs- und Kommunikationsformen des Medienmenschen an. Ein Großteil des Plots ereignet sich virtuell. Spielfeld und Bühne sind sowohl Soziale Onlinenetzwerke und Blogs, als auch Straßenzüge und Cafés.

Hier suchen fünf Figuren, nach dem, was sie verloren haben: ihre Heimat, ihre Freundschaft, ihre Vergangenheit. Hinter allem aber steht die Suche nach sich selbst und diesem großen diffusen Gefühl namens Liebe, fernab von Fernsehkitsch und Traumhochzeit. Fündig werden die Charaktere jedoch nur mithilfe des Publikums � anfangs online, später von Angesicht zu Angesicht.

Gemeinsam mit ihnen begeben auch wir uns auf die Suche und starten im Mai 2012 das Berlinweite Opern-Projekt x Tage bis zum Wunder. 

 

Das Publikum

Soll der Medienmensch wirklich verstehen, was das Theater der Welt ist, muss er seine Geschichten selbst kontinuierlich mitschreiben bzw. beeinflussen können. Netzidentitäten verschleiern, wer Publikum, wer fiktive Figur ist.

Über 3 Monate hinweg beziehen unsere Figuren Interessierte, �Friends� und �Follower� durch Hinweise in Netz, Stadtraum, Radio und Zeitung in das Geschehen ein. Zusammen mit all denen, die ihre Geschichten verfolgen, lesen und kommentieren, begeben sich die Figuren schließlich auf die Straßen Berlins, wo es zu einer Lösung ihrer Konflikte kommt. Ziel ist es, durch den Spielcharakter Menschen miteinander zu verbinden und Begegnungen jenseits von Facebook und Twitter zu initiieren.

Follower werden vom PC weg hin zu ungewöhnlichen Spielorten gelotst. So treffen sich Figuren und Publikum im Handlungsverlauf auf fünf Live-Performances. Um das Verlorene gemeinsam zu suchen und Musik und die Liebe zu finden.

So kommt das Theater zu den Menschen � und die Menschen kommen zum Theater.

 

Die Performances

Diese Aufführungen verleihen der Handlung szenisch und musikalisch Ausdruck, indem sie auf den Straßen von Berlin aufgeführt werden und sich schrittweise vom Zentrum  in den Süd-Osten der Stadt bewegen. Alle Kompositionen entstehen in Zusammenarbeit von Profis und Laien und verbinden klassische Formen mit zeitgenössischen Sounds, sowohl elektronisch als auch instrumental und vokal.

Am letzten Abend finden die Figuren und das Publikum in Schöneweide zusammen. Hier, in einem abgeschiedenen Problembezirk Berlins voll von widersprüchlichen Geschichten, findet x Tage bis zum Wunder sein Finale mit der großen Abschlussaufführung: das Wunder in Schöneweide.

 

Die Menschen und der Raum

Unser interdisziplinäres Team arbeitet kollektiv, virtuell und dezentral und besteht aus professionellen Kunstschaffenden und Studierenden, bereichert um die Orts-Kenntnisse der Laiengruppen aus Schöneweide.

 Wir binden nicht nur das Publikum selbst sondern auch die Stadt und ihre Randbezirke in das Projekt mit ein und bereichern den Stadtraum um ein kreatives und interaktives Theaterspiel. Die Stadt wird durch die narrative Einbindung der Bewohner unter neuen Aspekten wahrgenommen und mit der Faszination des (Musik-) Theaters in Verbindung gebracht. Dieses Format kann auf jede Stadt angewendet werden. Es findet dabei eine intensive Auseinandersetzung mit Geschichte, Sozialstruktur, Raumfunktionen des finalen Ortes, z.B. einem Stadtbezirk, aber auch mit einem Theater, statt. Sowohl die Zielgruppen im Internet als auch direkte Anwohner werden in Teile des Gestaltungsprozesses eingebunden.

 

 

Kontakt:

Änne-Marthe Kühn   | E-Mail:  xtagebiszumwunder@gmail.com |mobil: 0176 225 20 869